Rekordinvestitionen im Kampf gegen Armuts-Krankheiten

Rekordinvestitionen im Kampf gegen Armuts-Krankheiten

Der Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten ist auf Kurs, wie der neuste Bericht des Thinktanks Policy Cures Research zeigt. Aber es gibt noch viel zu tun, bis Armutskrankheiten in Asien und Afrika der Vergangenheit angehören. Netzwerke aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Japan, Indien und Kanada haben sich in Genf getroffen, um gemeinsame Aktivitäten zu planen.

Noch nie wurde so viel Geld in die Forschung und Entwicklung für die Bekämpfung von armutsbedingten Krankheiten investiert wie 2017. Das zeigt der G-FINDER-Bericht des Thinktanks Policy Cures Research. Rund 3,5 Milliarden US-Dollar sind in die Vorbeugung, Diagnose, Kontrolle und Heilung von vernachlässigten Krankheiten wie Lepra, Wurmerkrankungen und Elephantiasis geflossen. «Trotzdem sind wir nicht da, wo wir sein müssten», sagte Mitautorin Anna Doubell bei der Vorstellung des Berichts in Genf. Ihre Begründung: «Keine einziges Land kam der Zielvorgabe der WHO nach, mindestens 0,01 Prozent des eigenen BIPs für die Erforschung des Gesundheitsbedarfs von Entwicklungsländern zu verwenden.»

Vernachlässigte Tropenkrankheiten stellen eine grosse Belastung für Gesundheitssysteme und Haushalte in Entwicklungs- und Schwellenländern dar. Sie bewirken, dass Schulkinder den Anschluss verpassen und arme Menschen arm bleiben. Netzwerke im Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten haben es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam gegen diese Krankheiten vorzugehen. Zusammen mit Organisationen aus Deutschland, Frankreich, Indien, Japan, Grossbritannien und Kanada will SANTD mit gemeinsamen Aktivitäten dazu beitragen, dass vernachlässigte Tropenkrankheiten im Rahmen von nationalen und internationalen Gesundheitsstrategien berücksichtigt werden.

Bei einem Treffen in Genf anlässlich der Publikation des G-FINDER-Berichts wurden Ideen für eine grenzübergreifende Zusammenarbeit diskutiert. In einem ersten Schritt werden die Netzwerke am Europäischen Kongress für Tropenmedizin und internationale Gesundheit im September ein gemeinsames Symposium durchführen. Ziel ist es, andere Länder zu inspirieren und so vielleicht die Gründung von weiteren Netzwerken voranzutreiben.

 

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